APEX Handbuch · Material
1.750 Klingenköpfe.
So viel Plastik wirft ein einziger Mann in seinem Rasierleben weg.
Es sind immer nur ein paar Gramm. Ein kleiner Kopf aus buntem Kunststoff, alle zwei Wochen, in den Mülleimer im Bad. Nichts, worüber man nachdenkt.
Fünfunddreißig Stück im Jahr. Über fünfzig Jahre Rasieren sind das rund 1.750 Stück — von einer einzigen Person.
Jeder Punkt: ein Klingenkopf.
Jede Reihe: ein Jahr. Fünfzig Reihen: ein Rasierleben.
Sie werden nie zusammen an einem Ort liegen. Genau deshalb hat sie noch nie jemand gezählt.
Neun Punkte über einen Gegenstand, den fast niemand je genauer angesehen hat.
01 Was ein Klingenkopf eigentlich ist
Nehmen Sie das nächste Mal einen abgenutzten Kopf in die Hand, bevor Sie ihn wegwerfen, und sehen Sie ihn sich wirklich an.
Sie halten einen Verbund aus mindestens vier Materialien: einen Rahmen aus Hartkunststoff, drei bis sechs Klingen aus beschichtetem Stahl, einen Gleitstreifen aus einem weichen Polymer, meist ein Gummielement als Hautspanner, oft eine Metallfeder im Gelenk. Alles fest miteinander verklebt, verschweißt oder verklemmt.
Es ist ein kleines technisches Produkt. Und es ist für eine einzige Aufgabe gebaut: zwei bis vier Wochen zu halten und dann zu verschwinden.
02 Warum er nicht recycelt wird
Recycling funktioniert über Sortenreinheit. Eine Anlage kann Kunststoff von Kunststoff trennen und Metall von Metall — aber sie kann kein Bauteil zerlegen, in dem Stahl in Kunststoff eingelassen und mit Polymer überzogen ist.
Solche Verbundbauteile lassen sich in der Praxis nicht wirtschaftlich trennen. Sie landen in der Verbrennung, auch wenn sie brav in der Wertstofftonne gelandet sind.
Dazu kommt: Ein Gegenstand mit freiliegenden Klingen ist an jeder Sortierstrecke ein Sicherheitsproblem. Niemand fasst ihn an.
Ein Klingenkopf ist kein Produkt, das schlecht recycelt wird. Er ist ein Produkt, das nie dafür gebaut wurde.
03 Und was eine Rasierklinge ist
Legen Sie daneben eine Klinge für einen Rasierhobel.
Ein Streifen Stahl. Ein Zehntelmillimeter dick, etwa ein Gramm schwer. Kein Kunststoff, kein Gleitstreifen, kein Gummi, kein Kleber. Ein Material.
Und Stahl ist der am zuverlässigsten wiederverwertete Werkstoff, den wir haben — vorausgesetzt, er kommt sortenrein in den Kreislauf.
04 Die Klingenbank — eine Gewohnheit, die es nur hier gibt
In der Nassrasur gibt es dafür eine über Jahrzehnte gewachsene Lösung, die schlicht und wirksam ist: die Klingenbank.
Ein verschlossener Metallbehälter im Bad, in den benutzte Klingen durch einen Schlitz fallen. Er wird nie geöffnet. Nach mehreren Jahren ist er voll, und dann geben Sie ihn als Ganzes in den Metallschrott.
Zwei Probleme, gelöst mit einem Blechdöschen: Niemand greift in eine offene Klinge, und der Stahl geht sortenrein zurück in den Kreislauf.
Für Klingenköpfe existiert kein Gegenstück. Es gibt schlicht keinen Weg, sie sinnvoll zu sammeln — weil es keinen sinnvollen Ort gibt, an den sie danach gehen könnten.
05 Die Verpackung, die niemand mitzählt
Zur Rechnung gehört, was den Kopf umgibt.
Klingenköpfe kommen in Blistern: eine tiefgezogene Kunststoffschale, eine bedruckte Kartonrückwand, eine Folienversiegelung, häufig ein zusätzlicher Diebstahlschutz aus Hartplastik. Auch das ist ein Verbund, auch das ist nicht trennbar, und auch das fällt alle paar Wochen an.
Rasierhobelklingen kommen zu fünf oder zehn Stück in einem Papierumschlag, jede einzeln in Wachspapier. Das war es.
Nehmen Sie die Verpackung zu den 1.750 Köpfen dazu, und die Zahl verdoppelt sich in etwa.
06 Der Rasierer selbst wird nicht Teil des Problems
Bleibt die Frage nach dem Werkzeug in Ihrer Hand.
Der APEX Prime besteht aus einem einzigen Werkstoff: Aluminium 6082, aus dem vollen Block gefräst. Keine Elektronik, kein Akku, keine Klebeverbindung, keine Gummilippe, die aushärtet, keine Feder, die ermüdet.
Es gibt nichts, das kaputtgehen kann — und deshalb gibt es auch nichts, das ersetzt werden muss. Rasierhobel aus den 1950er-Jahren sind heute noch täglich im Einsatz.
Und sollte er in fünfzig Jahren wirklich einmal ausgedient haben, ist er das, was er von Anfang an war: ein Stück sortenreines Aluminium.
07 Kein Abo heißt auch: kein Paket jeden Monat
Ein Nebeneffekt, der selten mitgedacht wird.
Ein Klingenabo bedeutet eine Sendung pro Monat oder pro Quartal: Karton, Füllmaterial, Versandweg, Zustellfahrzeug. Zwölf kleine Pakete im Jahr, jedes für ein paar Gramm Ware.
Ein Päckchen Rasierhobelklingen passt in einen Briefumschlag und reicht für Monate. Sie bestellen ein- bis zweimal im Jahr — oder Sie kaufen sie im Laden mit.
08 Was wir nicht behaupten
Wir könnten diesen Text hier enden lassen. Aber dann wäre er genau das, was wir an dieser Kategorie kritisieren.
Also der ehrliche Teil:
- Aluminium ist in der Herstellung energieintensiv. Die Gewinnung von Primäraluminium gehört zu den stromhungrigsten industriellen Prozessen überhaupt. Dass unser Rasierer aus Aluminium besteht, ist kein ökologischer Vorteil an sich — er wird es erst dadurch, dass dieses eine Stück Metall Jahrzehnte hält und rund 1.750 Kunststoffköpfe ersetzt.
- Klingen werden weiterhin produziert und transportiert. Auch ein Gramm Stahl entsteht nicht aus dem Nichts. Der Unterschied ist die Menge und die Rückführbarkeit, nicht die Abwesenheit von Aufwand.
- Wir eloxieren nicht selbst. Die Oberflächenbehandlung übernimmt ein Betrieb in unserer Nachbarschaft. Das ist der einzige Schritt, der unser Haus verlässt — wir sagen es lieber, als es zu verschweigen.
- Wir haben keine Ökobilanz und behaupten keine. Wir haben eine Stückliste, eine Materialangabe und eine nachvollziehbare Rechnung. Das ist weniger, als manche versprechen. Es ist dafür überprüfbar.
09 Nachhaltigkeit ist hier kein Versprechen, sondern eine Nebenwirkung
Das ist der Punkt, an dem sich dieser Rasierer von einem grünen Produkt unterscheidet.
Wir haben nicht versucht, einen umweltfreundlichen Rasierer zu bauen. Wir haben versucht, einen zu bauen, der gut rasiert und ein Leben lang hält.
Dass dabei kein Kunststoffmüll entsteht, war keine Entscheidung im Marketing. Es ist die logische Folge davon, ein Werkzeug zu bauen statt eines Verbrauchsartikels.
Ein Konzern, der von Klingenköpfen lebt, kann diese Konstruktion nicht kopieren — nicht, weil sie technisch schwierig wäre, sondern weil sie sein Geschäftsmodell beendet.
100 Tage
Zählen Sie selbst mit.
1.750 ist eine Zahl über fünfzig Jahre. Ihre Entscheidung heute betrifft erst einmal die nächsten drei Monate.
Nehmen Sie sich 100 Tage. Rasieren Sie sich damit. Sehen Sie, wie oft Sie in dieser Zeit etwas wegwerfen müssen. Wenn es Sie nicht überzeugt, schicken Sie den Rasierer zurück — voller Kaufpreis zurück, ohne Rückfragen.
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